inoffizieller moderne21-Blog

Provokationen für die Berliner Republik

Dezember 8, 2009 · Kommentar schreiben

Wir schreiben das Jahr 2009. Noch nie war es so einfach, die Menschen in Deutschland mit medialen Inhalten zu provozieren und zu schockieren.

Katharina Gebhardt (Projekt 'Dudelstopp')
Ein neues Stilmittel, das seit Jahrzehnten in den Massenmedien tabuisiert wurde, ist die Darstellung von Gewalt. Unvorstellbar dass Frauen, Männer und Kinder zu jeder denkbaren Tages- und Nachtzeit im Fernsehen oder auf DVD mit der Abbildung körperlicher Roh- und Gemeinheit konfrontiert werden. Auch vom Anblick von Leichen und der detaillierten Schilderung von Tötungsvorgängen blieben wir Film- und Fernsehgucker und Zeitungsleser in den letzten Jahrzehnten glücklicherweise weitgehend verschont. Dies will provokationskunst.de nun ändern und die Menschen aus ihren Wolkenkuckucksheimen befreien.

Ebenfalls ein Schattendasein führte das Zeigen sexueller Handlungen, kurz ‘Sex’, in Film, Fernsehen und Internet. Die Zuschauer und auch die Verantwortlichen hatten vor der natürlichsten Sache der Welt, der sich begehrende Menschen in der Regel auf dezente Weise nachgehen, zu
viel Ehrfurcht und Respekt als das sie ihre Programmplätze und Webseiten damit füllen würden. Die marktradikalen Macher von provokationskunst.de sind jedoch der Auffassung, dass sich derlei intime Dinge nicht länger dem Wertschöpfungsprozess entziehen dürfen und werden daher demnächst auf ihrer Seite selbst voll loslegen.
Zuguterletzt war man bei den Film-, Fernseh- und Videoproduzenten schon lange der Ansicht, dass die niederen tiefenpsychologischen Bedürfnisse von Zuschauern nach Darstellungen, die Ekel und Abscheu hervorrufen können, nicht aus Profitgier bedient werden sollten. Das Ignorieren urtümlicher menschlicher Affekte, die durch Ekelgefühle hervorgerufen werden, sollten jedoch als zivilisatorische und emanzipatorische Errungenschaften der postmodernen Gesellschaft angesehen werden, die ebenfalls mit gutem Gewissen kommerziell ausgewertet werden dürfen. Wir von provokationskunst.de werden bald damit beginnen.

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Das Selbstverständnis von moderne21

Juni 17, 2009 · Kommentar schreiben

Wenn Bürger dieses Landes die Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kritisieren, ist dies in den allermeisten Fällen völlig ungerechtfertigt, denn bei den gescholtenen Spitzenkräften handelt es sich fast ausnahmslos um seriöse Experten, die sich fest am Gemeinwohl orientieren. Dennoch möchte die sich satirischer Mittel bedienende freie Politik- und Kunstplattform moderne21 jenen Fehlgeleiteten eine Stimme und ein wenig Halt geben, die fälschlicherweise meinen, sie würden von staatlichen Institutionen bevormundet, von Politikern übervorteilt und von der Wirtschaft ausgebeutet.

Wir alle wissen, dass die Bundesrepublik ein Land mit Zukunft ist und dass die ungewöhnlichen Veränderungen im Bevölkerungsaufbau Deutschland interessanter machen. Durch die negative demografische Entwicklung stehen unausweichlich große Umbrüche bevor, die von verantwortungsbewussten Bürgern als Chance begriffen werden. Daher wird an der bereits in den siebziger Jahren getroffenen Entscheidung konsequent festgehalten, die störungsanfällige soziale Keimzelle `Familie´ nach und nach durch kompetente staatliche Einrichtungen zu ersetzen. Gefährliche Irrlehren wie solche, nach der die kinderlose Single-Gesellschaft keine Zukunft hat, können folgerichtig nicht geduldet werden.
Als für die allgemeine Lebensqualität besonders günstig erweisen sich außerdem die weitreichenden Aktivitäten des Sozialstaats, dessen Beschäftigte ein großes Interesse an der Zufriedenheit und Sicherheit der Bevölkerung haben und dennoch bestrebt sind, ihre Arbeit lieber heute als morgen überflüssig zu machen. Aus dem wachsenden Einfluss des Staates auf das Leben der Menschen resultiert ein Mentalitätswandel, der Tatendrang und Optimismus fördert.

Zivilgesellschaftliche Projekte wie moderne21 bringen sich mit Kreativität, Zeit und Geld für gemeinschaftliche Zwecke ein. Sie wollen Politik, Wirtschaft, Medien und Verwaltung bei der Bewältigung der Folgen gesellschaftlichen Wandels mit Hilfe eigener Ideen und künstlerischer Ausdrucksformen zur Seite stehen. Ebenso wie alle relevanten politischen Kräfte lehnt moderne21 den Kapitalismus ebenso ab wie ihr gleichzeitig der Ausbau des Wohlfahrtsstaates am Herzen liegt. Sie verschließt sich nicht dem Dialog mit den Mächtigen, sondern geht auf sie zu, um sie brüderlich zu umarmen.

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Weniger Demokratie in Deutschland ?

Juni 14, 2009 · Kommentar schreiben

Anlässlich einer Diskussion über das Nichtwählerphänomen, die zur Landtagswahl in Hessen stattfand, bedauerte Michael Efler vom gemeinnützigen Verein `Mehr Demokratie´ in Berlin den hessischen Wahlausgang. Dieser habe die Chancen für ein moderneres Wahlrecht mit der sich abzeichnenden Koalition der Parteien des bürgerlichen Lagers in dem Bundesland deutlich verschlechtert: „Durch die `Denkzettel´-Abstimmung gegen ein gebrochenes Wahlversprechen geriet die auch bei den Hessen durchaus populäre Bewegung für mehr direkte Demokratie leider ins Hintertreffen. Das ist mehr als bedauerlich.“

Veranstalter Hartmut Lühr von der satirischen Aktion `Wahlabsage – Mehr Demokratie, weniger Politik´, die überzeugte Nichtwähler gegen ungerechtfertigte Kritik in Schutz nehmen will, wies zunächst auf die sehr geringe Wahlbeteiligung von nur etwa 61 Prozent am vergangenen Sonntag hin. `Die Grünen´ und `die Linke´ hätten sich darüber hinaus in Hessen von allen relevanten Parteien zwar am deutlichsten für Wahlrechtsreformen ausgesprochen: „Gerade Grüne und Linke haben es aber versäumt, rechtzeitig auf Distanz zu Andrea Ypsilanti zu gehen, deren gestörtes Verhältnis zum Wählerwillen kaum zu übersehen war.“ Als `Paten´ für eine Erneuerung des Wahlsystems müsse man über die kleinen Parteien hinaus auch genügend Vertreter bei SPD und CDU gewinnen, wenn man tatsächlich etwas gegen die Parteienverdrossenheit bewirken wolle. Für die von ihm initiierte Aktion `Wahlabsage´ stellte Lühr fest, dass man die Bemühungen von `Mehr Demokratie e.V.´ zur Förderung von mehr Volksabstimmungen und einem besseren Wahlrecht unterstütze. Satire entspringe schließlich häufig dem Wunsch nach Veränderungen. Dies sei auch bei vielen Mitstreitern von `Wahlabsage´ der Fall.

Michael Efler (`Mehr Demokratie e.V.´), Hartmut Lühr (Projekt `Wahlabsage´), Martin Reiter (`Kunsthaus Tacheles´)

Michael Efler (`Mehr Demokratie e.V.´), Hartmut Lühr (Projekt `Wahlabsage´), Martin Reiter (`Kunsthaus Tacheles´)

Martin Reiter vom `Tacheles-Verein´ äußerte die Vermutung, die Wahlbeteiligung würde wohl erst dann wieder steigen, wenn die Wähler den Eindruck hätten, dass ihre Teilnahme an der Politik für sie einen persönlichen Gewinn darstelle. Dies könne sowohl unter finanziellen als auch unter emotionalen Aspekten der Fall sein. Der Wiener Künstler Reiter meldete jedoch Bedenken an, ob Österreicher und Deutsche tatsächlich bereits reif genug seien für deutlich mehr Elemente direkter Demokratie. Zwar begrüße er die Repolitisierung der Gesellschaft, sehe deren Fokus aber nach wie vor bei den Parteien: „Deren Anzahl ist seit den 70er Jahren deutlich angestiegen, weil die Altparteien es alleine nicht mehr packen.“ Sie müssten sich daher mehr anstrengen, die Bürger mit ihren Bedürfnissen tatsächlich `abzuholen´.
Diskussion im Kunsthaus Tacheles, Berlin_19-01-2009

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Aktion „Wahlzusage – Mehr Politik, weniger Demokratie“

Mai 17, 2009 · Kommentar schreiben

Bereits seit Jahren machen immer weniger Bürger von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch.
Das ist etwas undankbar und weder besonders nett, noch cool oder gar sexy. Als Argument wird häufig angeführt, die Politiker würden mit ihrem Tun und selbst mit ihrem Nichtstun vielen Menschen schaden, ihnen die Unwahrheit sagen oder sie sogar finanziell übervorteilen. Trifft das zu oder ist es nur üble Nachrede ?

Alle vier Jahre dürfen mündige Bürger bei Wahlen die Geschicke dieses nach wie vor lebenswerten Landes mitbestimmen und mit ihrem Kreuz ein Zeichen setzen. In guter Tradition beteiligen sie sich an der erneuten Legitimation bewährter und intelligenter politischer Strukturen. Die Volksvertreter handeln überwiegend vernünftig und somit können die Menschen auch weiterhin ruhig schlafen.
Vor allem die Massenmedien erinnern die Fernsehzuschauer, Radiohörer, Zeitungsleser und Internetfreunde selbstlos daran, ihrer vornehmsten staatsbürgerlichern Pflicht nachzukommen: dem Gang zur Wahlurne. Hierbei geht es den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nur vordergründig um die Verteidigung von Besitzständen: Wenn einer Demokratie die Wähler ausgehen, droht über kurz oder lang die Anarchie – menschliches Miteinander ohne staatlichen Ordnungsfaktor kann jedoch kein vernünftiger Mensch ernsthaft befürworten.

Angesichts der vielfältigen Leistungen, die Tag für Tag vom politischen Berlin aus für ganz Deutschland erbracht werden, steht der steigende Anteil nicht abgegebener oder ungültiger Stimmen für ein beängstigendes Maß an Undankbarkeit.
Wie würden wohl die Väter und Mütter des Grundgesetzes den Versuch kommentieren, eine vermeintlich verantwortlichere und vernunftgeleitetere Politik durch unsolidarisches Verhalten wie dem Boykott der Stimmabgabe erzwingen zu wollen ?

Dabei entsprechen uneingelöste Wahlstimmen oft noch nicht einmal einer bewussten Verweigerung, sondern haben vielfach ganz banale Ursachen. Dennoch werden sie nach bedeutenden Wahlen immer automatisch den Gegnern einer professionellen modernen Parteiendemokratie zugerechnet. Das ist nicht fair und die offene Aktion `Wahlzusage´ der Berliner Politik- und Kunstplattform moderne21 wirbt daher mit satirischen Mitteln für mehr Enthusiasmus in Bezug auf die Verdienste unserer Volksvertreter.

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Aktion ‘Gewalt-Geht-Immer’

März 7, 2009 · 1 Kommentar

Viele Bürger wissen das bewährte täterorientierte Rechtssystem der Bundesrepublik nicht zu schätzen. Gewaltverbrechen, bei denen immer wieder Menschen schweren Schaden nehmen, lassen die Öffentlichkeit mit wachsendem Unmut auf den häufig paradox anmutenden Umgang mit gefährlichen Straftätern reagieren. Dabei ist Gesellschaft ohne Kriminalität nicht denkbar und für viele Beteiligte auch nicht wünschenswert.

In Berlin wurde daher eine Initiative ins Leben gerufen, die Experten aus Politik, Rechtsprechung, Sozialarbeit und Medien Mut machen will, mit der lange aufrecht erhaltenen Legende eines möglichen Abbaus von Kriminalität aufzuräumen. Nur durch Aufrichtigkeit kann ein zutiefst menschliches Phänomen allmählich seinen Schrecken für die Normalbürger verlieren. Die Experten haben längst ihren Frieden mit Gewaltverbrechen geschlossen und mit ihnen zu leben gelernt – nun sind der Mann und die Frau auf der Straße an der Reihe.

In modernen Gesellschaften sind viele Berufsgruppen von einem hohen Kriminalitätsniveau abhängig. Sollten beispielsweise Gewaltverbrechen von heute auf morgen verschwinden, hätten Juristen, Sozialarbeiter und Politiker -um nur einige zu nennen- ein unangenehmes Legitimationsproblem. Das wäre ihnen nicht zu wünschen, denn ihr ganzer Einsatz gilt dem professionellen Umgang mit unvermeidlichen tätlichen Konflikten zwischen freien Individuen. Unter „Gewalt-geht-immer´ soll den Experten daher ein Forum geboten werden, ehrlich über ihr Verhältnis zu schweren Verbrechen Auskunft zu erteilen.

Und das ohne Beschwichtigungen, vage Absichtserklärungen und halbherzige Entschuldigungen bezüglich in Kauf genommener gefährlicher Gewaltdelikte. Klartext ist angesagt.
An der negativen Kriminalitätsentwicklung wird sich aller Voraussicht nach nichts ändern. Von Politik, Justiz und Betreuungswesen kann realistischerweise nicht verlangt werden, sich selber eine wichtige Grundlage zu entziehen. Daher sollten sich die Bürgerinnen und Bürger mit alltäglich gewordenen Gewaltdelikten, mögen sie im einzelnen auch noch so unangenehm erscheinen, abfinden und arrangieren. Die Politik- und Kunstplattform moderne21 leistet hier einen Beitrag, indem sie übertriebene Erwartungen zum Thema `Kriminalitätsbekämpfung´ mit den geschilderten Sachzwängen konfrontiert und so Enttäuschungen vorbeugt.

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Aktion ‘Dudelstopp’

März 7, 2009 · 1 Kommentar

Eine Handvoll Initiativen fordert neuerdings die Einschränkung oder das Verbot kostenlos bereitgestellter Musik im öffentlichen Raum. Bedenken diese Profilneurotiker und Sonderlinge eigentlich die Folgen ihres Tuns ?
Das Projekt `Dudelstopp – Wollen wir Friedhofsruhe ?´ setzt sich mit der Frage auseinander, wie eine Welt aussehen würde, in der Musik nur noch im Einvernehmen aller Anwesenden erklingen dürfte.

Die Musikproduktion der Bundesrepublik befindet sich im internationalen Vergleich auf hohem Niveau. Der Ausstoß an Tonträgern ist jedes Jahr auf´s Neue rekordverdächtig und der Verfügbarkeit rhythmischer Tonmedien aller Art sind dank mp3-Playern räumlich wie zeitlich kaum noch Grenzen gesetzt.
Natürlich kommt es im Tonträgergewerbe, an dem nach neuesten Schätzungen rund 300.000 Arbeitsplätze hängen, mitunter auch zu Fehlentwicklungen und negativen Auswüchsen. Diese werden von der Industrie sehr ernst genommen und einzudämmen versucht, auch wenn sie nur eine verschwindend geringe Zahl sich gestört oder gar belästigt fühlender überempfindlicher Personen betreffen. Letztere werden von der Betroffenheitsindustrie nur zu gerne als Vorwand missbraucht, um die musikalische und rhythmische Untermalung des oft genug grauen Alltags als `Gedudel´ zu diffamieren.

Auch die gelegentlich geäußerte Vermutung, die schwindende Rücksichtnahme im täglichen sozialen Miteinander sei auf veränderte Familienstrukturen, in denen immer häufiger Geschwister und Väter fehlen, zurückzuführen, muss bis zur Vorlage eines soliden wissenschaftlichen Beweises zurückgewiesen werden.

Viele Menschen sind allerdings heute bereits von der Tatsache betroffen, dass die Deutschen immer älter und in der Folge auch einsamer werden. Dies sollte laut moderne21 eigentlich Grund genug sein, mit Hilfe technisch ausgereifter Erzeugnisse der Musikindustrie gegen die aufziehende Friedhofsruhe anzugehen. Ein tatsächlicher ‘Dudelstopp‘ wäre dabei wenig hilfreich. Pulsierende Lautsprecher hingegen bringen heute schon Leben in die vergreisende Gesellschaft. Totalitäre Ruhe steht für Einsamkeit und Tod.

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Aktion ‘Wir-sind-wichtig’

März 7, 2009 · Kommentar schreiben

Immer mehr Menschen treten wegen ihrer Unentbehrlichkeit in Beruf, Freizeit und Internet in ihrem Sozialleben kürzer. Sie bringen große Opfer für das Funktionieren der Wirtschaft und damit das Gemeinwohl. Der daraus häufig resultierende Verzicht auf Familienleben und Geselligkeit ist kein Pappenstiel.
Das Projekt ‘Wir-sind-wichtig’ zollt den modernen Bürgern zusammen mit der Politik daher größten Respekt.

Die berufliche Karriere ist der Dreh- und Angelpunkt der modernen Zeit. Erfolgreiche Menschen richten ihr Leben heutzutage nach den Anforderungen der Wirtschaft aus und zahlen dafür oft den Preis mangelnder oder sogar gänzlich fehlender sozialer Bindungen. Nur wenigen beneidenswerten Frauen und Männern gelingt es, ihre jeweiligen Karrierepläne unter einen Hut zu bekommen und ein gemeinsames Leben in gegenseitiger Verantwortung aufzubauen. Das ist gewiss bedauerlich – es sollte die weniger vom Glück verwöhnten Bürgerinnen und Bürger dennoch nicht davon abhalten, ihren Teil für das Funktionieren einer modernen und konkurrenzfähigen Wirtschaft in Deutschland beizutragen. Die Politik und das Projekt ‘Wir-sind-wichtig‘ helfen ihnen dabei.

Die Einsicht, dass uneingeschränkter Individualismus und beruflicher Erfolg für moderne erwerbsorientierte Existenzen und eine starke Volkswirtschaft unverzichtbar sind, verdanken wir der 68er-Generation, die einengende gesellschaftliche Normen und Werte schon früh als Hindernisse für die individuelle und berufliche Selbstverwirklichung erkannt und erfolgreich bekämpft hat. Gefährliche Illusionen vermeintlich schutzspendender sozialer Bindungen in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft wurden insbesondere von Soziologen bereits in den sechziger Jahren als Trugbilder entlarvt und von Politikern durch einen soliden und großzügigen Wohlfahrtsstaat ersetzt, der weitgehend frei von menschlicher Irrationalität seither für Sicherheit im Leben der Deutschen sorgt.

Die neue Projektreihe `Wir-sind-wichtig´ der Berliner Politik- und Kunstplattform moderne21 dokumentiert moderne Biographien in der Bundesrepublik, in der der gut ausgebaute Sozialstaat für das Funktionieren von Wirtschaft im Großen und Privatleben im Kleinen garantiert.

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