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Aktion „Wahlzusage – Mehr Politik, weniger Demokratie“

Mai 17, 2009 · Kommentar schreiben

Bereits seit Jahren machen immer weniger Bürger von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch.
Das ist etwas undankbar und weder besonders nett, noch cool oder gar sexy. Als Argument wird häufig angeführt, die Politiker würden mit ihrem Tun und selbst mit ihrem Nichtstun vielen Menschen schaden, ihnen die Unwahrheit sagen oder sie sogar finanziell übervorteilen. Trifft das zu oder ist es nur üble Nachrede ?

Alle vier Jahre dürfen mündige Bürger bei Wahlen die Geschicke dieses nach wie vor lebenswerten Landes mitbestimmen und mit ihrem Kreuz ein Zeichen setzen. In guter Tradition beteiligen sie sich an der erneuten Legitimation bewährter und intelligenter politischer Strukturen. Die Volksvertreter handeln überwiegend vernünftig und somit können die Menschen auch weiterhin ruhig schlafen.
Vor allem die Massenmedien erinnern die Fernsehzuschauer, Radiohörer, Zeitungsleser und Internetfreunde selbstlos daran, ihrer vornehmsten staatsbürgerlichern Pflicht nachzukommen: dem Gang zur Wahlurne. Hierbei geht es den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nur vordergründig um die Verteidigung von Besitzständen: Wenn einer Demokratie die Wähler ausgehen, droht über kurz oder lang die Anarchie – menschliches Miteinander ohne staatlichen Ordnungsfaktor kann jedoch kein vernünftiger Mensch ernsthaft befürworten.

Angesichts der vielfältigen Leistungen, die Tag für Tag vom politischen Berlin aus für ganz Deutschland erbracht werden, steht der steigende Anteil nicht abgegebener oder ungültiger Stimmen für ein beängstigendes Maß an Undankbarkeit.
Wie würden wohl die Väter und Mütter des Grundgesetzes den Versuch kommentieren, eine vermeintlich verantwortlichere und vernunftgeleitetere Politik durch unsolidarisches Verhalten wie dem Boykott der Stimmabgabe erzwingen zu wollen ?

Dabei entsprechen uneingelöste Wahlstimmen oft noch nicht einmal einer bewussten Verweigerung, sondern haben vielfach ganz banale Ursachen. Dennoch werden sie nach bedeutenden Wahlen immer automatisch den Gegnern einer professionellen modernen Parteiendemokratie zugerechnet. Das ist nicht fair und die offene Aktion `Wahlzusage´ der Berliner Politik- und Kunstplattform moderne21 wirbt daher mit satirischen Mitteln für mehr Enthusiasmus in Bezug auf die Verdienste unserer Volksvertreter.

Kategorien: Politik · Satire
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